
Applaunch Agentur prüfen: 7 verlässliche Fragen vor der Beauftragung
Sieben Fragen, mit denen Gründer und Unternehmer eine App-Agentur wie Applaunch bewerten: Team, MVP, Kosten, Code-Rechte, Abnahme, Datenschutz und die Phase nach dem Launch.

Wer Strategien für die Software-Modernisierung vergleicht, steht meist vor einer einfachen Frage mit schwieriger Antwort: Soll das Altsystem repariert, umgebaut, ersetzt oder neu gebaut werden? Die Antwort hängt weniger von der Technik ab als von Ihrem Geschäft. Wie stark hängt der Umsatz am System, wer kennt seine Regeln noch, und wie viel Stillstand verkraftet der Betrieb?
Dieser Leitfaden ordnet die gängigen Optionen ein und nennt die Kriterien, mit denen Sie zwischen ihnen entscheiden. Außerdem behandelt er einen Punkt, der in vielen Projekten zu spät auftaucht: das Wissen, das nur im Altsystem steckt. Feste Preise finden Sie hier nicht, weil sie ohne Blick ins System nicht seriös zu nennen sind. Dafür bekommen Sie Maßstäbe, an denen Sie Angebote prüfen können.
Software altert, auch wenn sie täglich läuft. Bitkom beschreibt in der Publikation zu den Erfolgsfaktoren für die Modernisierung von Software, dass mit dem Alter technische Schulden, Wartungsaufwand und Abhängigkeiten von veralteten Technologien wachsen. Die Herausforderung besteht darin, Systeme zu modernisieren, ohne Kunden und Nutzer zu verlieren. Das ist der Kern jeder Strategie: Sie verändern ein System, während Menschen damit arbeiten.
Wie verbreitet das Problem ist, zeigt die Studie Legacy-Modernisierung 2022 von CIO und COMPUTERWOCHE. Die Autoren befragten 339 Entscheider aus der DACH-Region. In 44 Prozent der Unternehmen sind mindestens 50 Prozent der Bestandssysteme schon lange im produktiven Einsatz, in jedem zehnten sogar mehr als 75 Prozent. Und 59 Prozent berichten, dass Wartung und Betrieb dieser Systeme mehr Aufwand verursachen als andere Anwendungen.
Die Erhebung liegt einige Jahre zurück, deshalb taugt sie als Orientierung und nicht als aktuelle Marktzahl. Sie zeigt aber ein Muster: Die Befragten bewerten ihre IT im Schnitt nur mit Befriedigend, und am schlechtesten schneidet die Flexibilität ab (3,27). Genau diese Anpassbarkeit brauchen Sie, sobald sich Produkt oder Geschäftsmodell ändern.
Hinzu kommen zwei Punkte, die im Alltag schwer wiegen. Die Computerwoche nennt Sicherheitsrisiken und fehlende Mitarbeiter, die mit den alten Technologien vertraut sind. Geht die letzte Person, die das System kennt, wird aus einem Kostenproblem ein Kontinuitätsproblem.
Die Software-Modernisierung kennt sechs Grundrichtungen, die sich in der Eingriffstiefe unterscheiden. Je tiefer der Eingriff, desto größer der mögliche Nutzen, aber auch Aufwand und Risiko. Sie können die Strategie zudem pro Teilsystem wählen, Sie müssen also nicht das ganze System über einen Kamm scheren.
Beim Rehosting, oft Lift & Shift genannt, ziehen Sie das System unverändert auf neue Infrastruktur um, zum Beispiel in die Cloud. Das geht schnell und bleibt gut kalkulierbar, löst aber keines der inhaltlichen Probleme. Veraltete Technik, zähe Änderungen und fehlendes Wissen wandern einfach mit. Die zweite Variante ist das Stilllegen: Funktionen, die niemand mehr nutzt, schalten Sie ab, statt sie zu modernisieren. Das spart Geld, setzt aber eine ehrliche Nutzungsanalyse voraus.
Bei der Sanierung bleibt der Funktionsumfang bestehen, doch Entwickler räumen die Codebasis auf, tauschen veraltete Komponenten aus und sichern das Verhalten mit Tests ab. Das Ergebnis ist ein System, das sich wieder ändern lässt. t3n beschreibt, dass sich auf diesem Weg auch technologische Fehlentscheidungen korrigieren lassen, etwa unpassende Strukturen und Architekturen. Der Nachteil liegt auf der Hand: Sie behalten das fachliche Konzept von damals, auch wenn Ihr Geschäft heute anders läuft.
Das Rearchitecting geht weiter und zerlegt einen Monolithen in kleinere, unabhängig lieferbare Dienste. Der Leitfaden von heise Business Services zur Modernisierung mit Microservices warnt, dass ohne sorgfältige Analyse ein verteilter Monolith entsteht. Das sind die alten Probleme in komplizierterer Form. Außerdem bringen viele kleine Dienste eigenen Betriebsaufwand mit, den ein kleines Team gut abwägen sollte.
Beim Ersetzen kaufen Sie Standardsoftware und passen Ihre Abläufe an sie an. Das entlastet den Betrieb, solange Ihre Prozesse keine Besonderheiten haben, die Ihr Geschäft ausmachen. Der Neubau bildet dagegen genau diese Besonderheiten ab. Wenn Ihre Abläufe Ihr Wettbewerbsvorteil sind, bieten Individualsoftware und Web-Apps von Xerx oder ein vergleichbarer Partner den passenden Rahmen. Dafür tragen Sie das höchste Risiko, denn Sie tauschen ein bekanntes System gegen ein neues.
| Strategie | Eingriff | Passt, wenn | Hauptrisiko |
|---|---|---|---|
| Rehosting | Umzug auf neue Infrastruktur, Code unverändert | Die Technik läuft, der Betrieb ist das Problem | Alte Probleme bleiben bestehen |
| Stilllegen | Ungenutzte Funktionen abschalten | Teile des Systems werden kaum genutzt | Verdeckte Abhängigkeiten |
| Sanierung | Code aufräumen, Komponenten tauschen | Fachlich passt es, Änderungen sind zäh | Das alte Fachkonzept bleibt |
| Rearchitecting | Zerlegen in kleinere Dienste | Teile müssen unabhängig wachsen oder wechseln | Verteilter Monolith, Betriebsaufwand |
| Ersetzen | Standardsoftware einführen | Prozesse sind branchenüblich | Abläufe müssen sich der Software anpassen |
| Neubau | Individuelle Entwicklung | Der Prozess ist ein Unterscheidungsmerkmal | Höchster Aufwand, höchstes Risiko |
Das größte Risiko einer Modernisierung ist selten die neue Technik. Es ist das Verhalten, das das alte System stillschweigend erledigt, ohne dass es jemand dokumentiert hätte. Dazu zählen eine Rundungsregel bei Rechnungen, ein Sonderpreis für langjährige Kunden oder ein Export, den die Buchhaltung jeden Monatsanfang zieht. Solche Regeln fallen erst auf, wenn sie im neuen System fehlen, und dann meist beim Kunden.
Bitkom nennt den Umgang mit Domänenwissen ausdrücklich als eigenes Thema der Modernisierung. Auch der heise-Leitfaden betont, dass Beziehungen, Geschäftslogik, Datenfluss und Nutzung erfasst sein müssen, bevor die Zielarchitektur steht. Gute Strategien für die Software-Modernisierung beginnen deshalb mit einer Bestandsaufnahme der Regeln und nicht der Technik. Das gilt für Sanierung und Neubau gleichermaßen.
Dafür brauchen Sie keine technische Ausbildung, sondern Gespräche und Beobachtung. Ein Entwicklungspartner übernimmt später die Übersetzung, doch die Quellen liegen in Ihrem Betrieb. Fünf Schritte haben sich als Einstieg bewährt:
Bei großen oder schlecht lesbaren Systemen verkürzen Analysewerkzeuge die Arbeit. Der heise-Leitfaden nennt als Beispiel den Micro Focus Enterprise Analyzer. Zugleich warnt er vor Analyseparalyse: Sie brauchen genug Wissen für einen sicheren Start, aber keine lückenlose Dokumentation. Das Ergebnis dieser Phase ist eine priorisierte Liste von Verhalten, die das neue System übernehmen, ändern oder bewusst abschaffen soll.
Fünf Fragen reichen in den meisten Fällen aus, um bei der Wahl zwischen den Strategien der Software-Modernisierung die Richtung festzulegen. Beantworten Sie sie schriftlich und gemeinsam mit IT und Fachabteilung, nicht allein.
Als Faustregel gilt: Passt das System fachlich, aber nicht technisch, genügen meist Rehosting oder Sanierung. Passt es fachlich nicht mehr, hilft Technik allein nicht, und Sie sollten Ersetzen oder Neubau prüfen. Für den Neubau spricht, dass Ihr Prozess ein Unterscheidungsmerkmal ist. Für Standardsoftware spricht, dass Ihr Prozess branchenüblich verläuft.
Modernisieren Sie zuerst, was Ihr Geschäft bremst, nicht das, was technisch am ältesten ist.
Kosten und Eignung hängen stark vom Einzelfall ab. Lassen Sie die Empfehlung deshalb von einer unabhängigen Fachperson gegenrechnen, bevor Sie ein Budget freigeben. Eine kurze, bezahlte Analysephase kostet wenig im Vergleich zu einem falsch gewählten Weg.

Ein Preisschild ohne Systemanalyse wäre geraten. Sinnvoller ist es, die Gesamtkosten (TCO) über mehrere Jahre zu betrachten und mit dem Status quo zu vergleichen. In der Studie von CIO und COMPUTERWOCHE melden 59 Prozent der Unternehmen höheren Aufwand für Wartung und Betrieb ihrer Bestandssysteme, und dieser Aufwand läuft jedes Jahr weiter. Der Verzicht auf Modernisierung ist also keine kostenlose Option.
Diese Kostenblöcke gehören in jede Rechnung, egal welche Strategie Sie wählen:
Auch beim Zeitplan hilft die Studie als Orientierung. Die meisten befragten Unternehmen planen ihre wichtigsten Modernisierungsprojekte über ein bis drei Jahre, und nur 11 Prozent schließen sie innerhalb von sechs Monaten ab. Zudem hatte erst etwa jedes zehnte Unternehmen die wichtigsten Projekte abgeschlossen. Planen Sie darum in Etappen, mit sichtbarem Nutzen nach jeder Etappe.
Schnelle Lösungen scheitern laut heise Business Services oft und bringen nicht den erwarteten Mehrwert. Wie Sie Budget und Risiko für solche Vorhaben insgesamt einordnen, beschreibt unser Beitrag zur Digitalisierungsstrategie für KMU. Dort finden Sie auch Fragen, die das Risiko vor dem ersten Projekt senken.
Schrittweise heißt: Sie schneiden das System nach Funktionen auf und ersetzen ein Stück nach dem anderen. Ein neues Modul läuft neben dem alten, übernimmt zunächst einen kleinen Teil der Last und wächst, sobald es sich bewährt. Das alte System schrumpft, bis Sie es abschalten können. Ihr Tagesgeschäft läuft in dieser Zeit weiter.
Dieser Weg hat einen Preis. Zwischen Alt und Neu brauchen Sie Übergangsschnittstellen, die später wieder wegfallen, und beide Systeme müssen Daten konsistent halten. Bei sehr kleinen Systemen mit wenigen Nutzern kann ein einmaliger Wechsel an einem ruhigen Wochenende günstiger sein. Entscheidend ist, dass es einen Rückweg gibt.
Legen Sie vor jedem Etappenwechsel fest, woran Sie Erfolg erkennen und wann Sie zurückrollen. Einen Schritt, den Sie nicht rückgängig machen können, setzen Sie erst, wenn das neue System die Regeln aus Ihrer Liste nachweislich beherrscht. So bleibt die Entscheidung zu jedem Zeitpunkt korrigierbar.
Die Studie zeigt, dass Modernisierung vor allem ein IT-Thema ist: In 88 Prozent der Unternehmen verantworten IT-Abteilung oder CIO sie. Doch die Zufriedenheit mit abgeschlossenen Projekten hängt von der Rolle ab. Im C-Level-Management sind 64 Prozent sehr zufrieden oder zufrieden, in der IT inklusive IT-Leitung 51 Prozent und in den Fachabteilungen nur 38 Prozent.
Gerade die Fachabteilungen arbeiten täglich mit dem System, deshalb wiegt diese Zahl schwer. Als mögliche Ursache nennen die Autoren zu lange Abstimmungszeiten und empfehlen eine enge Zusammenarbeit von IT und Fachbereichen. Machen Sie die Mitarbeiter deshalb zu Beteiligten und nicht zu Empfängern. Sie liefern das Wissen aus der Bestandsaufnahme, testen jede Etappe und nehmen sie ab.
Definieren Sie die Erfolgskriterien vor dem Start und messen Sie den Ausgangswert. Fünf Kennzahlen eignen sich für die meisten Vorhaben:
Ohne Ausgangswert bleibt der Erfolg Geschmackssache. Mit ihm entscheiden Sie nach jeder Etappe, ob Sie weitermachen, nachsteuern oder stoppen.
Ein Partner für Ihre Software-Modernisierung muss mehr leisten als Programmieren. Er sollte mit einer Analyse beginnen und nicht mit einem Festpreis für ein System, das er noch nie gesehen hat. Laut Studie liegt die Auswahl des Dienstleisters meist auf Führungsebene: In 37 Prozent der Unternehmen entscheidet der CIO oder IT-Vorstand, in 31 Prozent die Geschäftsführung. Umso wichtiger sind klare Kriterien, an denen Sie Angebote messen.
Wie Sie Anbieter strukturiert prüfen, zeigen unsere Fragen vor der Beauftragung einer Agentur. Sie lassen sich auf Modernisierungsprojekte übertragen, weil sie Zuständigkeiten, Abnahmen und Vertragsdetails abfragen. Vergleichen Sie mindestens zwei Angebote auf derselben Grundlage, nämlich Ihrer Regelliste.
Beginnen Sie mit einer Seite Papier. Notieren Sie links die fünf Funktionen, ohne die Ihr Betrieb stillsteht, und rechts, wer sie bedient und wer ihre Regeln kennt. Mit dieser Seite gehen Sie besser vorbereitet in das erste Gespräch mit einem Partner als mit jeder Präsentation.
Das hängt von Umfang, Zustand, Dokumentation und gewählter Strategie ab. Ein Rehosting kostet in der Regel deutlich weniger als ein Neubau, löst aber weniger Probleme. Belastbare Zahlen liefert erst eine Analyse des Systems. Lassen Sie sich Kostenblöcke einzeln ausweisen und vergleichen Sie diese mit den laufenden Betriebskosten des Altsystems.
Nach der Studie von CIO und COMPUTERWOCHE planen die meisten Unternehmen ihre wichtigsten Projekte über ein bis drei Jahre, und nur 11 Prozent schließen sie innerhalb von sechs Monaten ab. Ihre Dauer hängt von Größe, Wissensstand und Strategie ab. Etappen mit sichtbarem Nutzen machen das Projekt planbarer.
Passt das System fachlich, aber die Technik ist veraltet, genügt meist eine Sanierung. Passt Ihr Prozess nicht mehr zum System, sprechen Ersatz oder Neubau dafür. Eine unabhängige Analyse prüft beide Wege gegen Ihre Fachregeln und zeigt, welche Kosten und Risiken für Sie gelten.
Ja, bei einem schrittweisen Vorgehen läuft das alte System weiter, während neue Module nach und nach Aufgaben übernehmen. Dafür brauchen Sie Übergangsschnittstellen, einen Rückfallplan und klare Kriterien für jeden Wechsel. Bei sehr kleinen Systemen kann ein einmaliger Umstieg einfacher sein.
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