Welche künstliche Intelligenz gibt es für Unternehmen? Was sich lohnt

Von Yurii VasylievVeröffentlicht 28. August 202611 Min. Lesezeit
Übersicht technischer Architekturdiagramme auf einem Konferenztisch

Welche künstliche Intelligenz gibt es für Unternehmen? Die Antwort hängt weniger vom Produktnamen ab als von der Aufgabe, die Sie lösen wollen. Ein Chatbot im Kundenservice, eine Rechnungsprüfung und eine Absatzprognose nutzen verschiedene Verfahren, brauchen verschiedene Daten und verursachen unterschiedlich viel Pflege. Wer mit einer Toolliste beginnt, kauft deshalb oft zuerst und klärt den Nutzen danach.

Dieser Beitrag ordnet das Feld nach Aufgabenklassen statt nach Anbietern. Sie erfahren, welche Prozesse sich zur Automatisierung eignen, wie Sie Datenreife und Datenschutz prüfen und wie Sie Kosten und Nutzen nüchtern gegenüberstellen. Am Ende steht ein Vorgehen für Pilot und Rollout, das Sie ohne technischen Hintergrund steuern können.

Welche künstliche Intelligenz gibt es für Unternehmen: Fünf Aufgabenklassen statt Produktlisten

Entscheidend ist, was ein System im Betrieb tut. Fünf Klassen decken die meisten Vorhaben in KMU und Startups ab, auch wenn ihre Grenzen fließend verlaufen. Die Einteilung hilft Ihnen, Erwartungen und Gesprächspartner passend zu wählen.

AufgabenklasseWas das System leistetTypisches BeispielWichtigste Voraussetzung
Regelbasierte Workflow-AutomatisierungFührt feste Schritte ohne Lernen ausFreigaben und Benachrichtigungen zwischen Systemen weiterleitenKlar beschriebener Prozess
Sprachmodelle (LLM-Integration)Liest, fasst zusammen, formuliert und ordnet Text einEingehende Anfragen vorsortieren, Antwortentwürfe erstellenGute Quelltexte und eine Qualitätsprüfung
Assistenten und AgentenVerbinden ein Sprachmodell mit Systemzugriff und erledigen mehrstufige AufgabenAnfrage prüfen, im CRM nachschlagen, Antwort vorbereitenSaubere Schnittstellen und klare Grenzen
Prädiktive Verfahren (überwachtes Lernen)Berechnen aus Beispielen eine Prognose oder ZuordnungBilderkennung in der Qualitätsprüfung, AbsatzprognoseHistorische Daten mit bekanntem Ergebnis
Mustererkennung (unüberwachtes Lernen)Gruppiert Daten und findet AuffälligkeitenKundensegmente, ungewöhnliche BuchungenUmfangreiche, einheitliche Datensätze

Die erste Klasse ist streng genommen keine KI, taucht aber in fast jedem Projekt auf. Oft genügt eine feste Regel, und das Sprachmodell übernimmt nur den unstrukturierten Teil, etwa das Lesen einer Anfrage. Das senkt die laufenden Kosten, weil ein Modell nur dort arbeitet, wo Urteilsvermögen gefragt ist.

Prozesskarten auf einem Tisch als Grundlage für die Frage, welche künstliche Intelligenz es für Unternehmen gibt
Prozessschritte auf Karten zu legen zeigt, wo sich Wiederholung und Medienbrüche häufen.

Schwache und starke KI: Was für Ihre Planung zählt

Alles, was Sie heute einkaufen oder entwickeln lassen, gehört zur schwachen KI. Jana Koehler beschreibt in ihrem Beitrag zum Begriff der Künstlichen Intelligenz, was das heißt: Ein System kann dem Menschen in einer Spezialaufgabe überlegen sein, aber bei ganz anderen Aufgaben völlig versagen. Als Beispiel nennt sie Schachprogramme.

Starke KI, heute meist Artificial General Intelligence genannt, wäre dem Menschen in allen Belangen ebenbürtig. Sie bleibt eine Forschungsfrage und ist keine Einkaufsoption. Für Ihr Budget folgt daraus etwas Nützliches: Sie bezahlen immer für eine eng umrissene Aufgabe, und je schärfer Sie diese fassen, desto verlässlicher arbeitet das System.

Auch das Fraunhofer IAO hält fest, dass KI keine Magie ist, sondern auf klar definierten mathematischen Algorithmen beruht. Spricht ein Anbieter von einem System, das alles im Unternehmen versteht, lohnt sich daher die Rückfrage, welche konkrete Aufgabe es zuverlässig erledigt und woran Sie das messen.

Was trägt, und was bleibt Hype?

Eine klare Trennlinie verläuft zwischen eng umrissenen Aufgaben und dem Versprechen allgemeiner Autonomie. Die folgende Gegenüberstellung hilft bei der ersten Einordnung.

  • Trägt: eingehende Anfragen vorsortieren und zuordnen, lange Dokumente zusammenfassen, Texte entwerfen, die ein Mensch prüft.
  • Trägt: Auffälligkeiten in großen Datenmengen finden und aus ausreichend historischen Daten Prognosen ableiten.
  • Trägt: Entscheidungsunterstützung, bei der ein Mensch das Ergebnis sieht und verantwortet.
  • Hype: ein System, das ohne Kontrolle in beliebigen Situationen verlässlich entscheidet.
  • Hype: ein Projekt ohne klaren Anwendungsfall, ohne Daten und ohne Messgröße, das trotzdem schnelle Einsparungen verspricht.

Koehler weist darauf hin, dass kein Ansatz des maschinellen Lernens garantieren kann, wie gut das gelernte System in der Anwendung arbeitet. Planen Sie deshalb immer eine menschliche Prüfung und eine laufende Messung ein. Das kostet etwas Aufwand, verhindert aber, dass Fehler unbemerkt in Ihre Abläufe wandern.

Drei Lernformen in Geschäftssprache

Wer verstehen will, welche künstliche Intelligenz es für Unternehmen gibt, stößt auf drei Lernformen, die Koehler unterscheidet. Sie müssen die Verfahren nicht beherrschen, aber sie erklären, welche Daten ein Vorhaben braucht.

  • Überwachtes Lernen braucht Beispiele mit bekanntem Ergebnis, also Eingaben und die gewünschte Ausgabe. Typisch ist die Bilderkennung: Das System lernt aus beschrifteten Bildern, das dargestellte Objekt zu erkennen.
  • Unüberwachtes Lernen sucht ohne Vorgaben nach Mustern. Koehler nennt als Beispiele Kundengruppen mit ähnlichen Kaufgewohnheiten und das Aufspüren von Anomalien in Daten.
  • Verstärkendes Lernen probiert Aktionen in einer Umgebung aus und erhält Rückmeldung über Erfolg oder Misserfolg. Weil Fehlversuche im Echtbetrieb Schaden anrichten können, findet es meist in Simulationen statt.

Für KMU spielen die ersten beiden Formen die größere Rolle, während verstärkendes Lernen eher bei Steuerung und Robotik auftaucht. Sprachmodelle hinter Assistenten und Agenten arbeiten auf einer anderen Grundlage, doch auch hier gilt: Die Qualität der Quellen bestimmt die Qualität des Ergebnisses.

Chatbot, Assistent oder Agent: drei Autonomiestufen

Welche künstliche Intelligenz gibt es für Unternehmen, die vor allem Mitarbeitende entlasten wollen? Meist sind es drei Bauformen, die sich in ihrer Selbstständigkeit unterscheiden. Mit jeder Stufe wächst der Nutzen, aber auch der Aufwand für Absicherung und Überwachung.

  • Chatbot: Er beantwortet Fragen innerhalb eines definierten Wissensbereichs. Er greift nicht in Ihre Systeme ein, daher bleibt das Risiko überschaubar.
  • Assistent: Er unterstützt eine Person bei ihrer Arbeit, etwa mit Entwürfen oder Zusammenfassungen. Der Mensch entscheidet und versendet.
  • Agent: Er führt mehrstufige Aufgaben aus und nutzt dafür Zugriffe auf Ihre Systeme, zum Beispiel Daten nachschlagen, Einträge anlegen oder Vorgänge anstoßen.

Als Faustregel gilt: Beginnen Sie auf der niedrigsten Stufe, die das Problem löst. Ein Agent braucht klare Berechtigungen, Protokolle und definierte Abbruchpunkte, sonst wird jeder Fehler zum Vorgang im System. Wie Sie solche Vorhaben vorab bewerten, beschreibt unser Beitrag dazu, wie Sie KI-Agenten für Unternehmen prüfen.

Das Modell ist selten die schwierige Entscheidung. Der Anwendungsfall ist es.

Welche Prozesse sich zur Automatisierung lohnen

Ein Prozess eignet sich, wenn er oft vorkommt, klar abgrenzbar ist und messbar Zeit oder Fehler kostet. Prüfen Sie Kandidaten anhand dieser Kriterien.

  • Hohe Wiederholung: Der Vorgang läuft täglich oder wöchentlich, nicht einmal im Jahr.
  • Klare Ein- und Ausgabe: Sie können beschreiben, was hineingeht und was herauskommen soll.
  • Bekannte Ausnahmen: Die häufigsten Sonderfälle lassen sich benennen und gesondert behandeln.
  • Verkraftbare Fehlerfolgen: Ein Fehler lässt sich erkennen und korrigieren, bevor er Kunden oder Bilanz trifft.
  • Messbarer Ausgangswert: Sie kennen heutige Dauer, Menge und Fehlerquote.

Bilden Sie den Prozess anschließend auf einer Seite ab. Notieren Sie Auslöser, Eingaben, Entscheidungen, beteiligte Systeme, Ausnahmen, Ergebnis und die verantwortliche Person. Diese Prozesslandkarte zeigt oft schon vor jedem KI-Einsatz, wo Medienbrüche und Doppelarbeit entstehen, und manches Problem löst sich dadurch ohne Technik.

Der KI Bundesverband berichtet in einem Rückblick über ein neues Use-Case-Handbuch mit elf umgesetzten KI-Projekten aus dem Mittelstand und fasst das Fazit so: KI muss kein Großprojekt sein, der Einstieg beginnt mit dem passenden Use Case. Nach eigenen Angaben hat der Verband mehr als 700 Mitglieder, und auf der Website des KI Bundesverbands finden Sie einen Einblick in die deutsche KI-Landschaft.

Datenreife: Was Sie vor dem Start klären sollten

Daten entscheiden häufiger über den Erfolg als das Modell. Prüfen Sie vier Dinge, bevor Sie ein Budget freigeben.

  • Verfügbarkeit: Liegen die nötigen Informationen digital vor, oder stecken sie in Papier, Köpfen und Postfächern?
  • Qualität: Sind Einträge vollständig, einheitlich und aktuell?
  • Zugriff: Können Systeme Daten über Schnittstellen abrufen, oder braucht jeder Zugriff Handarbeit?
  • Repräsentativität: Bilden Ihre Beispiele die Fälle ab, die künftig auftreten?

Der letzte Punkt wiegt schwerer, als er klingt. Koehler beschreibt als Concept Drift, dass Systeme in Bereichen, die sie beim Training kaum gesehen haben, häufig fehlerhafte Ausgaben liefern. Da sich Ihr Umfeld ändert, brauchen Sie regelmäßiges Nachtrainieren und Beobachtung. Welche künstliche Intelligenz gibt es für Unternehmen, die kaum digitale Daten besitzen? Meist beginnt die sinnvolle Lösung bei Regeln und Datenerfassung, nicht bei einem Modell.

DSGVO, Datenschutz und Verantwortung

Sobald ein System personenbezogene Daten verarbeitet, gilt die DSGVO. Das betrifft Kundenanfragen, Bewerbungen und Mitarbeiterdaten ebenso wie Rechnungen mit Ansprechpartnern. Klären Sie früh, welche Daten das System sieht, wo es sie verarbeitet und ob ein Dienstleister in Ihrem Auftrag arbeitet. In diesem Fall ist in der Regel ein Auftragsverarbeitungsvertrag nötig.

Auch das Betriebsmodell spielt hinein. Der KI Bundesverband gründet eine Arbeitsgruppe zu On-Device-, Edge-, On-Premises- und hybriden Setups, weil sich die Frage stellt, wo und unter wessen Kontrolle KI-Systeme laufen. Für sensible Daten kann ein lokaler oder hybrider Betrieb sinnvoll sein, verlagert aber Aufgaben für Betrieb und Wartung zu Ihnen oder Ihrem Partner. Ein Debattenabend des KI-Stammtischs Nord, bei dem die Gruppe „On Premise“ nur knapp gewann, zeigt, dass es keine allgemeingültige Antwort gibt.

Dazu kommt die Verantwortung. Bitkom und das DFKI fragen in ihrem Positionspapier zur Entscheidungsunterstützung mit KI aus dem Jahr 2017, welchen Raum Algorithmen bei Entscheidungen zu Gesundheit, Bildung, Karriere oder Finanzen bekommen sollen und wer dafür verantwortlich ist. Legen Sie deshalb fest, wer ein Ergebnis freigibt. Welche Anforderungen für Ihr Vorhaben gelten, bestätigen Ihr Datenschutzbeauftragter oder Ihre Rechtsberatung, denn die Antwort hängt vom Einzelfall ab.

Kosten und ROI ohne Schönfärberei

Eine belastbare Zahl gibt es erst nach der Analyse Ihres Prozesses. Die Spanne reicht von einer schmalen Automatisierung bis zu einem Agenten mit vielen Systemanbindungen, und der Unterschied liegt selten im Modell. Er liegt im Aufwand für Integration und Absicherung. Fordern Sie deshalb Angebote an, die folgende Posten getrennt ausweisen.

  • Analyse und Abgrenzung des Anwendungsfalls
  • Entwicklung oder Konfiguration der Lösung
  • Integration in bestehende Systeme und Daten
  • Laufende Gebühren, die oft von der Nutzung abhängen
  • Betrieb, Überwachung und Nachtrainieren
  • Schulung und Anpassung der Arbeitsabläufe

Den Nutzen rechnen Sie in drei Schritten. Multiplizieren Sie erstens die Fälle pro Monat mit den eingesparten Minuten und Ihrem internen Stundensatz. Addieren Sie zweitens vermiedene Fehlerkosten, und ziehen Sie drittens die laufenden Kosten ab. Teilen Sie dann die Einmalkosten durch den monatlichen Nettonutzen, dann sehen Sie, nach wie vielen Monaten sich das Vorhaben trägt.

Seien Sie bei den Annahmen vorsichtig. Eingesparte Minuten werden nur dann zu eingesparten Kosten, wenn Kapazität tatsächlich frei wird oder Sie Wachstum ohne Neueinstellung auffangen. Rechnen Sie deshalb mit einer vorsichtigen und einer optimistischen Variante. Welche künstliche Intelligenz es für Unternehmen gibt, ist am Ende auch die Frage, welche sich in Ihrer Rechnung selbst bezahlt macht.

Standardtool oder Eigenentwicklung?

Welche künstliche Intelligenz gibt es für Unternehmen als Fertigprodukt, und wann lohnt der Eigenbau? Standardprodukte passen, wenn Ihr Prozess dem Üblichen entspricht. Eine Eigenentwicklung zahlt sich aus, wenn Integration oder Besonderheiten Ihres Prozesses den Ausschlag geben.

KriteriumStandardtoolIndividuelle Lösung
StartzeitMeist schnell einsatzbereitBraucht Analyse und Aufbau
Passung zum ProzessSie passen den Prozess dem Tool anDie Lösung folgt Ihrem Prozess
IntegrationHängt von vorhandenen Schnittstellen abAuf Ihre Systeme zugeschnitten
Laufende KostenGebühren pro Nutzer oder NutzungBetrieb und Weiterentwicklung
AbhängigkeitVom Anbieter und seinem FahrplanHängt davon ab, wem Code und Dokumentation gehören
DatenkontrolleRichtet sich nach den AnbieterbedingungenRichtet sich nach Ihrer Architektur

Häufig bietet sich ein hybrides Vorgehen an: Ein Standardtool erledigt das Gängige, und eine schlanke eigene Schicht verbindet es mit Ihren Systemen und Regeln. Prüfen Sie die Eigenentwicklung dort, wo ein Prozess Sie vom Wettbewerb unterscheidet oder wo Altsysteme keine Schnittstellen bieten. Im zweiten Fall kann zuerst eine Modernisierung der Software nötig sein.

Pilot und Rollout: So messen Sie Erfolg

Ein Pilot beantwortet eine Frage: Funktioniert die Lösung an einem begrenzten Prozess unter realen Bedingungen? Er ersetzt weder den Rollout noch den Dauerbetrieb. Legen Sie deshalb vorab schriftlich fest, woran Sie Erfolg erkennen.

  1. Hypothese: Welche Verbesserung erwarten Sie, und bei welchem Prozess?
  2. Umfang: Welche Fälle, Teams und Systeme gehören dazu, welche nicht?
  3. Messgrößen: Dauer, Fehlerquote, Bearbeitungsmenge und Zufriedenheit der Mitarbeitenden, jeweils gegen den Ausgangswert.
  4. Abbruchkriterien: Ab welchem Ergebnis stoppen oder ändern Sie das Vorhaben?
  5. Verantwortung: Wer prüft Ergebnisse und entscheidet über den Rollout?

Gehen Sie in den Rollout, wenn die Messgrößen stabil über dem Ausgangswert liegen und Ausnahmen beherrschbar bleiben. Weiten Sie dann schrittweise aus, statt alle Teams gleichzeitig umzustellen. Beobachten Sie den Betrieb weiter, weil sich Eingaben und Umfeld ändern, wie der Concept Drift zeigt.

Den Umsetzungspartner auswählen

Ein guter Partner stellt zuerst Fragen zu Ihrem Prozess, nicht zu Ihrem Budget. Achten Sie darauf, ob er Anwendungsfall, Datenlage und Risiken benennt, bevor er eine Technologie vorschlägt. Erklärt er außerdem, wann Ihr Vorhaben ohne KI besser fährt, spricht das für Urteilsvermögen.

  • Wie grenzen Sie den Anwendungsfall ab, und was gehört ausdrücklich nicht dazu?
  • Welche Annahmen stecken im Aufwand, und was verändert ihn?
  • Wem gehören Code, Konfiguration und Dokumentation nach Projektende?
  • Wie laufen Betrieb, Überwachung und Anpassungen nach dem Start?
  • Wie gehen Sie mit personenbezogenen Daten und dem Betriebsort um?

Xerx ist ein unabhängiges Design- und Engineering-Studio in Innsbruck und baut KI-Agenten, LLM-Integrationen und Workflow-Automatisierung für Startups und KMU. Wenn Sie vor der Auswahl erst Anwendungsfälle priorisieren möchten, bietet sich die KI-Beratung und KI-Potenzialanalyse von Xerx an. Ergänzend hilft unser Beitrag zur Digitalisierungsstrategie für KMU mit Fragen für das erste KI-Projekt.

Ein sinnvoller Anfang: ein Prozess, ein Brief, ein Pilot

Wählen Sie genau einen Prozess, und fassen Sie ihn in einem Use-Case-Brief zusammen. Der Brief passt auf eine Seite und enthält diese Punkte.

  • Ziel und Ausgangswert
  • Prozessschritte und bekannte Ausnahmen
  • Benötigte Daten und Systeme
  • Datenschutz und Betriebsort
  • Fehlerfolgen und Freigabe
  • Messgröße und Abbruchkriterium

Mit diesem Brief führen Sie jedes Anbietergespräch auf derselben Grundlage, und Angebote lassen sich vergleichen. Die Frage, welche künstliche Intelligenz es für Unternehmen gibt, schrumpft damit auf eine Frage, die Sie selbst beantworten können: Welche Klasse löst diesen einen Prozess zu vertretbaren Kosten?

Nächste Schritte

  1. Einen Prozess wählen: Suchen Sie einen wiederkehrenden Vorgang mit messbarem Zeit- oder Fehlerverlust und klaren Ein- und Ausgaben.
  2. Prozesslandkarte zeichnen: Halten Sie Auslöser, Eingaben, Entscheidungen, Systeme, Ausnahmen und Verantwortliche auf einer Seite fest.
  3. Daten und Datenschutz prüfen: Klären Sie Verfügbarkeit, Qualität und Zugriff der Daten sowie Betriebsort und Verträge, und lassen Sie die Datenschutzfragen bestätigen.
  4. Brief und ROI-Rechnung erstellen: Fassen Sie den Anwendungsfall in einem Use-Case-Brief zusammen und rechnen Sie Nutzen und Kosten in einer vorsichtigen und einer optimistischen Variante.
  5. Pilot mit Abbruchkriterien starten: Begrenzen Sie Umfang und Dauer, messen Sie gegen den Ausgangswert und entscheiden Sie erst danach über den Rollout.

Häufige Fragen

Was kostet ein KI-Agent oder eine Workflow-Automatisierung?

Eine seriöse Zahl gibt es erst nach der Analyse Ihres Prozesses. Der Preis hängt vor allem von Integration, Absicherung, laufenden Gebühren und Betrieb ab. Lassen Sie sich Angebote mit getrennten Posten geben und vergleichen Sie diese anhand desselben Use-Case-Briefs.

Brauche ich für den Einstieg eigene Daten?

Das hängt von der Aufgabenklasse ab. Prädiktive Verfahren brauchen historische Daten mit bekanntem Ergebnis. Sprachmodelle arbeiten dagegen oft mit Ihren bestehenden Dokumenten und Texten, wenn diese digital und aktuell vorliegen.

Ist der Einsatz von KI mit der DSGVO vereinbar?

Das lässt sich nur im Einzelfall beantworten. Entscheidend sind die verarbeiteten Daten, der Betriebsort und der Vertrag mit dem Dienstleister. Bestätigen Sie das Vorhaben mit Ihrem Datenschutzbeauftragten oder einer Rechtsberatung.

Wann lohnt sich Eigenentwicklung statt eines Standardtools?

Dann, wenn die Integration in Ihre Systeme oder die Besonderheit Ihres Prozesses den Ausschlag gibt. Folgt Ihr Ablauf dem Üblichen, reicht oft ein Standardtool, gegebenenfalls ergänzt um eine schlanke eigene Anbindung.