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Website-Technik

Was ist eine 301-Weiterleitung? Definition, Einsatz und Unterschied zu 302

301-Weiterleitung ist eine dauerhafte Umleitung von einer Adresse auf eine andere: Der Server antwortet mit dem Statuscode 301 statt mit einer Seite, Besucher landen auf der neuen URL, und Suchmaschinen behandeln das Ziel künftig als die maßgebliche Adresse.

Zuletzt geprüft am 29. August 2026 · 6 Min. Lesezeit

Der Vergleich, der am besten hängen bleibt, ist der Nachsendeauftrag. Eine URL sammelt über Jahre eigene Signale ein — Verlinkungen von außen, Rankings, Lesezeichen, interne Links. Verschwindet sie ersatzlos, sind diese Signale nicht übertragen, sondern weg. Die dauerhafte Weiterleitung ist der Mechanismus, der sie an die neue Adresse mitnimmt.

Wann eine dauerhafte Weiterleitung richtig ist

Google nennt in der eigenen Dokumentation vier Anlässe: die Migration auf eine neue Domain, das Bündeln mehrerer Zugangswege auf eine bevorzugte Adresse, das Zusammenführen zweier Websites und das Ersetzen einer entfernten Seite. In der Praxis kommen die üblichen Verdächtigen dazu: die Umstellung von HTTP auf HTTPS, die Vereinheitlichung von www und Nicht-www, ein Relaunch mit neuer URL-Struktur, das Zusammenlegen ähnlicher Inhalte und kurze Kampagnen-URLs, die auf die echte Seite zeigen.

Gemeinsam ist allen Fällen die Absicht: Die alte Adresse soll nicht mehr in den Suchergebnissen erscheinen. Genau das ist die Trennlinie zum Canonical Tag, der zum Einsatz kommt, wenn beide URLs erreichbar bleiben sollen.

301, 302 und die anderen

Die Statuscodes unterscheiden sich in einem Punkt, der alles entscheidet: ob Google das Weiterleitungsziel als kanonisch behandelt.

Code Bedeutung Signal für die Suche
301 dauerhaft verschoben das Ziel wird in den Ergebnissen angezeigt
308 dauerhaft, HTTP-Methode bleibt erhalten wie 301
302 vorübergehend gefunden die Quellseite bleibt in den Ergebnissen
307 vorübergehend, Methode bleibt erhalten wie 302
303 Weiterverweis nach einer POST-Anfrage vorübergehend

Google formuliert die Konsequenz knapp: Bei dauerhaften Weiterleitungen wird das neue Ziel in den Suchergebnissen angezeigt, bei temporären die Quellseite. Der klassische Fehler ist deshalb nicht eine kaputte Weiterleitung, sondern eine 302 dort, wo eine 301 hingehört — technisch funktioniert alles, für Nutzer ist nichts zu merken, und die alte Adresse bleibt trotzdem monatelang die indexierte.

Umgekehrt ist die temporäre Weiterleitung kein Fehler, sondern ein Werkzeug: Ist ein Dienst kurzzeitig nicht verfügbar und sollen Besucher auf eine Erklärungsseite geleitet werden, hält eine 302 die ursprüngliche URL in den Ergebnissen — genau das, was man will.

Wie sie eingerichtet wird

Google ordnet die Methoden ausdrücklich danach, wie zuverlässig sie interpretiert werden können, und serverseitige Weiterleitungen stehen an erster Stelle. Praktisch heißt das: in der Serverkonfiguration, in der .htaccess bei Apache, in der Konfiguration des Frameworks oder auf Ebene des CDN.

Die weiteren dauerhaften Varianten — ein meta refresh mit null Sekunden, eine HTTP-Aktualisierung mit null Sekunden, eine JavaScript-Weiterleitung — werden ebenfalls als dauerhaft verstanden, sind aber Notlösungen für Umgebungen ohne Serverzugriff. Sie kosten Zeit, hängen bei JavaScript am Rendering und damit an der Indexierung, und sie sind schwerer zu prüfen.

Was bei einem Relaunch schiefgeht

Die Pauschal-Weiterleitung auf die Startseite. Der bequemste Fehler von allen: Alle alten URLs zeigen auf /. Für den Besucher ist das eine Sackgasse, für die Suche ein Signal, dass die alten Inhalte nicht ersetzt, sondern gelöscht wurden. Die Linkkraft der Unterseiten ist damit verschenkt. Richtig ist eine Zuordnung alte URL zu neuer URL, eine nach der anderen.

Weiterleitungsketten. Alte URL zeigt auf Zwischenstation, die auf HTTPS zeigt, die auf die Variante mit Schrägstrich zeigt. Jede Station kostet Zeit und Zuverlässigkeit; Ziel ist immer der direkte Sprung auf die endgültige Adresse. Schleifen, aus denen Browser und Crawler nicht mehr herausfinden, sind der Extremfall davon.

Interne Links auf weitergeleitete Adressen. Nach dem Umzug zeigen Menü, Fußzeile und Fließtext weiter auf die alten URLs. Das funktioniert, verlangsamt aber das Crawling und erzeugt unnötige Serveranfragen — und widerspricht der eigenen Aussage darüber, welche Adresse gilt.

Vergessene Sonderfälle. Paginierung, Parameter-URLs, alte Kampagnenlinks, PDF-Dateien, Bilder. Sie stehen in keiner Navigation und tauchen erst im Serverprotokoll auf.

Falsche Sprachzuordnung. Bei mehrsprachigen Websites muss die Weiterleitung innerhalb derselben Sprachversion bleiben, sonst bricht die hreflang-Verknüpfung.

Wird eine geänderte URL gar nicht weitergeleitet, ist übrigens nicht alles verloren: Die neue Adresse wird dann wie eine neue Seite behandelt und kann nach einiger Zeit wieder ranken. Nur liegen zwischen „irgendwann wieder" und „ohne Unterbrechung" mehrere Monate Traffic.

Wie lange sie bestehen bleiben müssen

Länger, als die meisten denken. Google empfiehlt für Websiteverschiebungen ausdrücklich, die Weiterleitungen möglichst lange beizubehalten, generell mindestens ein Jahr. Der Grund ist banal: Externe Links, Lesezeichen und alte Verzeichniseinträge werden nie aktualisiert, und der Googlebot muss jede alte URL mindestens einmal aufrufen, um die Verschiebung zu verarbeiten.

Zur Dauer bis zur Stabilisierung ist Google ähnlich nüchtern: Bei einer kleinen bis mittelgroßen Website dauert es im Allgemeinen einige Wochen, bis die meisten Seiten migriert sind; bei größeren Websites länger. Schwankungen in diesem Fenster sind normal — Anlass zur Sorge ist erst ein Einbruch, der nicht zurückkommt.

So macht es Xerx

Weiterleitungen sind bei uns kein Nacharbeitsposten, sondern Teil des Relaunch-Projekts. Vor der ersten Codeänderung entsteht ein Inventar: jede URL, die rankt, Links hat oder Traffic bringt, erfasst samt Rankings und Backlinks. Was nicht gemessen ist, lässt sich nicht schützen. Daraus wird eine Redirect-Karte gebaut, alte URL zu neuer URL, eine nach der anderen, als dauerhafte Weiterleitung — keine Pauschal-Weiterleitung auf die Startseite. Wie dieses Vorgehen aussieht, steht unter Website-Relaunch und Migrations-SEO.

Geprüft wird die Karte auf Staging, gegen die Relaunch-Checkliste, solange Korrekturen Minuten kosten. Nach dem Livegang beobachten wir die Search Console erst täglich, dann wöchentlich, bis Crawling und Rankings auf der neuen Website nachweislich stabil sind — inklusive der Sonderfälle wie Parametern, Paginierung und alten Kampagnen-URLs, die noch Klicks bekommen. Ein Website-Wechsel startet bei uns ab €4.500 als Festpreis, der vor Projektstart schriftlich feststeht; Relaunch-SEO ist darin enthalten und kein Posten, der später auftaucht.

Diese Website ist der eigene Beleg dafür. Ihr Vorgänger lief auf einer anderen Technik mit anderen Adressen, und die alten Pfade zeigen bis heute per dauerhafter Weiterleitung auf ihre heutigen Entsprechungen — inklusive der Leistungsseiten, deren Zuschnitt sich seitdem geändert hat, und der beiden Sprachen, die wir eingestellt haben. Diese Regeln stehen versioniert im Code, nicht in einer Serverkonfiguration, die beim nächsten Umzug niemand mitnimmt.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen 301 und 302?

Die 301 sagt: Diese Seite ist dauerhaft umgezogen — Google zeigt künftig das Ziel in den Suchergebnissen an und behandelt es als die maßgebliche Adresse. Die 302 sagt: Das ist vorübergehend — die ursprüngliche URL bleibt in den Ergebnissen, und das Ziel wird nicht automatisch kanonisch. Für Besucher sind beide nicht zu unterscheiden, weshalb eine versehentliche 302 nach einem Relaunch monatelang unbemerkt bleiben kann.

Geht bei einer 301-Weiterleitung Linkkraft verloren?

Nach heutigem Stand nicht nennenswert. Die dauerhafte Weiterleitung ist aus Googles Sicht der Standard bei URL-Migrationen und dient genau dazu, die bisherige Relevanz einer Seite auf ihren neuen Ort zu übertragen. Verluste entstehen in der Praxis nicht durch den Statuscode, sondern durch das, was drumherum passiert: Pauschal-Weiterleitungen auf die Startseite, Ketten über mehrere Stationen, vergessene URLs und ein Ziel, das inhaltlich nicht dem entspricht, was auf der alten Seite stand.

Wie richte ich eine 301-Weiterleitung ein?

Am zuverlässigsten serverseitig — über die Serverkonfiguration, bei Apache typischerweise in der .htaccess, oder in der Konfiguration des Frameworks beziehungsweise des CDN. Google ordnet die Methoden nach der Wahrscheinlichkeit, sie korrekt zu interpretieren, und serverseitige Weiterleitungen stehen dabei an erster Stelle. Nur wenn kein Zugriff auf den Server besteht, kommen Ersatzlösungen wie ein meta refresh mit null Sekunden in Frage; JavaScript-Weiterleitungen sind die letzte Wahl, weil sie erst nach dem Rendern greifen.

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