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Website-Technik

Was ist hreflang? Das Attribut für mehrsprachige Websites erklärt

hreflang ist ein Link-Attribut, mit dem eine Seite ihre eigenen Sprach- und Ländervarianten benennt. Suchmaschinen erkennen dadurch, dass es sich um Fassungen desselben Inhalts handelt, und zeigen Suchenden die Version, die zu ihrer Sprache oder Region passt.

Zuletzt geprüft am 29. August 2026 · 6 Min. Lesezeit

Was hreflang nicht tut, ist mindestens so wichtig: Es ist kein Ranking-Signal und keine Übersetzungsangabe. Google stellt in der eigenen Dokumentation klar, dass weder hreflang noch das HTML-Attribut lang zur Spracherkennung verwendet werden — die Sprache einer Seite ermittelt Google aus dem sichtbaren Inhalt. hreflang beantwortet nur eine einzige Frage: Welche dieser fast identischen Seiten soll dieser eine Nutzer sehen?

Wie das Attribut aufgebaut ist

Die Grundform ist ein link-Element im head der Seite:

<link rel="alternate" hreflang="de-AT" href="https://example.com/at/preise" />

Drei Bestandteile, alle drei fehleranfällig: der Sprach- und Regionscode, die vollständige URL und die Tatsache, dass dieser Block auf jeder Variante steht — inklusive eines Verweises auf die Seite selbst.

Sprach- und Regionscodes

Der erste Code ist immer die Sprache nach ISO 639-1, der zweite, optionale Code die Region nach ISO 3166-1 Alpha 2. Google formuliert die häufigste Falle unmissverständlich: Ein Ländercode allein ist ungültig, weil der erste Code als Sprache gelesen wird. be bedeutet also nicht Belgien, sondern Belarussisch; wer belgische Nutzer ansprechen will, schreibt de-be, nl-be oder fr-be. Ebenso wirkungslos sind erfundene oder reservierte Codes — EU, UN und UK haben laut Google keinerlei Effekt auf die Suche.

Wert Bedeutung
de deutschsprachige Inhalte, unabhängig vom Land
de-AT deutschsprachige Inhalte für Nutzer in Österreich
de-CH deutschsprachige Inhalte für Nutzer in der Schweiz
en englischsprachige Inhalte, ohne Länderbezug
x-default Auffangseite für alle nicht abgedeckten Sprachen

Groß- und Kleinschreibung ist technisch egal; SISTRIX empfiehlt trotzdem die Konvention, Sprache klein und Region groß zu schreiben, weil sich Fehler in einem konsistenten Set schneller finden lassen.

x-default

x-default bezeichnet die Fassung für alle Besucher, deren Spracheinstellung zu keiner ausgewiesenen Version passt. Am besten funktioniert der Wert dort, wofür er gedacht war: auf einer Länder- oder Sprachauswahlseite oder auf einer allgemeinen Startseite. Eine Website, die nur Deutsch und Englisch anbietet, braucht ihn nicht zwingend — sie sollte dann aber entscheiden, welche der beiden Versionen der Rest der Welt bekommt.

Drei Wege, es einzubauen

Methode Wo Wofür geeignet
HTML-link-Elemente im head jeder Seite der Normalfall, überschaubare Websites
HTTP-Header in der Serverantwort Nicht-HTML-Dateien, etwa PDFs
XML-Sitemap xhtml:link je URL-Eintrag sehr große Websites, viele Sprachen

Google weist ausdrücklich darauf hin, dass die drei Methoden gleichwertig sind und ihre Kombination keinen Vorteil in der Suche bringt — im Gegenteil, drei Implementierungen zu pflegen ist schwerer als eine. Für große Portale ist die Sitemap-Variante trotzdem die praktischere: Ein zentral erzeugter Block ist leichter zu prüfen als tausende Seiten-heads.

Die Regel, an der alles hängt

hreflang ist wechselseitig. Verweist Seite X auf Seite Y, muss Seite Y zurück auf Seite X verweisen — sonst werden die Angaben laut Google möglicherweise ignoriert oder falsch interpretiert. Der Grund ist Missbrauchsschutz: Ohne diese Bedingung könnte jede fremde Website sich selbst als Sprachvariante Ihrer Seite deklarieren.

Praktisch heißt das: Jede Variante trägt denselben vollständigen Block, jede Variante listet sich selbst mit auf, und alle URLs sind absolut, mit Protokoll. Ein einziger fehlender Rückverweis kann das ganze Set entwerten — und das passiert lautlos. Niemand sieht eine Fehlerseite, niemand bekommt eine Warnung; die Seiten ranken nur im falschen Land.

Wann hreflang überhaupt nötig ist

Google nennt drei Situationen, in denen sich die Auszeichnung lohnt: Der Hauptinhalt bleibt in einer Sprache und nur die Seitenvorlage ist übersetzt; die Inhalte sind weitgehend gleich und unterscheiden sich nur regional; oder die Seiten sind vollständig in mehrere Sprachen übersetzt. Der Umkehrschluss ist ebenso nützlich — eine Website mit einer Sprache und einem Markt braucht kein hreflang.

Der zweite Fall ist der schmerzhafteste. Für den deutschsprachigen Raum heißt er: de-DE, de-AT und de-CH mit derselben Sprache, aber unterschiedlichen Preisen, Versandbedingungen und Rechtstexten. Ohne Auszeichnung konkurrieren diese Seiten miteinander. SISTRIX dokumentiert das an einem realen Fall: Bei Hertz rankten auf google.de abwechselnd Inhalte von hertz.de und hertz.ch, weil Google die beiden Domains nicht zuverlässig dem richtigen Land zuordnen konnte — mit weitreichenden Folgen für die Sichtbarkeit der deutschen Domain.

URL-Struktur: ccTLD, Subdomain oder Unterordner

hreflang funktioniert mit jeder dieser Strukturen, aber die Wahl hat eigene Konsequenzen. Google stellt sie in der Dokumentation gegenüber: Länderspezifische Domains wie example.de liefern ein eindeutiges geografisches Signal, kosten aber Infrastruktur und lassen sich je nur auf ein Land ausrichten. Subdomains sind leicht einzurichten, aber für Nutzer mehrdeutig — steht de für Sprache oder Land? Unterverzeichnisse wie example.com/de/ sind am wartungsärmsten, weil alles auf einem Host bleibt. URL-Parameter empfiehlt Google ausdrücklich nicht.

Zwei weitere Punkte aus derselben Quelle sind in der Praxis entscheidend. Erstens: Automatische Weiterleitungen nach vermuteter Sprache sollen unterbleiben, weil Nutzer und Suchmaschinen sonst nicht alle Versionen erreichen — ein sichtbarer Sprachumschalter ist der empfohlene Weg. Zweitens: Der Googlebot crawlt in der Regel aus den USA und sendet keinen Accept-Language-Header. Wer die Sprache serverseitig anhand dieser Signale umschaltet, zeigt Google dauerhaft nur eine Fassung.

Typische Fehler

Fehlende Rückverweise. Der häufigste Defekt, meist entstanden, weil eine Sprache später ergänzt und nur einseitig verlinkt wurde.

hreflang zeigt auf eine weitergeleitete URL. Nach einem Relaunch bleiben oft die alten Adressen im Set stehen. Das Ziel muss die endgültige URL sein, nicht der Start einer 301-Weiterleitung.

Widerspruch zum Canonical. Der Canonical Tag jeder Variante muss auf sie selbst zeigen. Zeigt die österreichische Seite kanonisch auf die deutsche, hebt sie ihre eigene hreflang-Angabe auf.

hreflang nur im gerenderten DOM. Wird der Block erst per JavaScript eingefügt, ist er beim ersten Crawl nicht da.

Relative URLs oder fehlendes Protokoll. Google verlangt vollständig qualifizierte Adressen — /de/preise genügt nicht.

So macht es Xerx

hreflang ist bei uns kein Tag, den jemand von Hand pflegt, sondern eine Funktion des Routings: Die Seitenvorlage kennt ihre eigene Sprache und alle vorhandenen Alternativen und erzeugt daraus das vollständige, wechselseitige Set samt x-default — abgestimmt auf Canonicals und Sitemaps. Genau dieser Zusammenhang ist der häufigste Defekt im internationalen SEO und das Erste, was wir in einem vollständigen Crawl validieren. Was dazugehört, steht unter Internationales SEO.

Vor der Technik kommt die Entscheidung über die Struktur: ccTLD, Unterordner oder Subdomain — bei uns eine ehrliche Abwägung nach Märkten, vorhandener Autorität und Unterhaltsbudget, nicht nach Mode. Meist landen wir beim Unterordner, weil eine Domain die Autorität bündelt und das Länder-Targeting über hreflang läuft. Und wir sagen dazu, in welcher Reihenfolge Märkte sinnvoll sind, statt alle gleichzeitig aufzumachen.

Ehrlich zur Abgrenzung: Korrektes hreflang macht eine Website nicht international erfolgreich. Es sorgt nur dafür, dass die richtige Seite im richtigen Land erscheint. Die eigentliche Arbeit ist Lokalisierung statt Übersetzung — Keyword-Recherche pro Markt, weil in Österreich anders gesucht wird als in Deutschland. Diese Website betreibt selbst Locale-Routing im Produktivbetrieb; wir empfehlen also nichts, was wir nicht täglich selbst warten.

FAQ

Ist hreflang ein Rankingfaktor?

Nein. hreflang beeinflusst nicht, ob eine Seite rankt, sondern welche Variante einer Seitengruppe einem bestimmten Nutzer angezeigt wird. Der spürbare Effekt ist trotzdem groß: Ohne die Auszeichnung kann Google die falsche Landesversion ausliefern — deutsche Preise für Schweizer Besucher —, und gleichsprachige Varianten stehen sich als nahezu doppelte Inhalte gegenseitig im Weg.

Brauche ich hreflang für Deutschland, Österreich und die Schweiz?

Sobald es eigene Seiten pro Land gibt, ja. Genau dieser Fall — gleiche Sprache, unterschiedliche Preise, Rechtstexte und Versandbedingungen — ist der Grund, warum das Attribut existiert; ohne Auszeichnung entscheidet Google selbst, welche Fassung es zeigt. Gibt es dagegen nur eine deutschsprachige Seite für den ganzen Raum, ist hreflang überflüssig: Ein Set aus einer einzigen Version hat keinen Zweck.

Wie prüfe ich, ob mein hreflang funktioniert?

Über einen vollständigen Crawl der Website, der jedes Paar auf Wechselseitigkeit prüft, ergänzt um die Search Console, in der sich die Impressionen pro Markt beobachten lassen. Google verweist zusätzlich auf externe Validatoren für einzelne Seiten, weist aber darauf hin, dass diese Werkzeuge nicht von Google gepflegt werden. Der aussagekräftigste Test bleibt der Crawl: Er findet die fehlenden Rückverweise, die auf einer einzelnen Seite unsichtbar sind.

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