Content-Strategie
Keyword-Recherche: Was sie ist und wie man sie richtig macht
Keyword-Recherche ist die systematische Erhebung der Suchanfragen, mit denen eine Zielgruppe nach einem Angebot sucht — samt Häufigkeit, Absicht und Wettbewerb. Ergebnis ist keine Wortliste, sondern eine Entscheidungsgrundlage dafür, welche Seiten eine Website überhaupt braucht und in welcher Reihenfolge sie entstehen.
Zuletzt geprüft am 29. August 2026 · 6 Min. Lesezeit
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Der Begriff klingt nach Werkzeug, ist aber eine Recherchemethode. Google formuliert die zugrunde liegende Frage in seinem Startleitfaden schlicht: Nach welchen Begriffen könnte ein Nutzer suchen, um auf Ihre Inhalte zu stoßen? Wer viel über ein Thema weiß, sucht anders als jemand, der neu darin ist — die einen suchen nach „Wurstplatten", die anderen nach „Käseplatten". Die Recherche macht aus dieser Vermutung eine belegte Liste.
Was eine Recherche tatsächlich beantwortet
Vier Fragen, in dieser Reihenfolge:
- Existiert die Nachfrage? Sucht überhaupt jemand nach dem, was Sie anbieten — und in welchen Formulierungen?
- Was will der Suchende? Etwas wissen, etwas vergleichen, etwas kaufen. Das entscheidet über die Art der Seite, nicht über ihren Text. Mehr dazu unter Suchintention.
- Ist der Begriff gewinnbar? Wer steht dort heute, mit welchen Seiten, und wie weit ist der Abstand.
- Lohnt er sich geschäftlich? Ein Begriff mit 5.000 Suchen im Monat, der nie zu einer Anfrage führt, ist teurer als einer mit 80, der es tut.
Die vierte Frage wird am häufigsten übersprungen. Ahrefs beschreibt dafür einen Bewertungsmaßstab, den man auch ohne Werkzeug anwenden kann: Wie gut lässt sich das eigene Angebot in einer Antwort auf diese Suchanfrage überhaupt unterbringen? Themen mit hohem Geschäftsbezug zuerst — sie bringen am ehesten potenzielle Kunden, und genau das ist das Ziel der Recherche.
Die Kennzahlen und was sie nicht sagen
| Kennzahl | Was sie misst | Wo sie irreführt |
|---|---|---|
| Suchvolumen | geschätzte monatliche Suchanfragen | ist eine Schätzung, kein Zählwert; saisonale Begriffe verschwinden im Jahresmittel |
| Keyword Difficulty | wie schwer eine Top-Platzierung ist | ein Tool-Modell, meist aus Linkdaten abgeleitet — kein Naturgesetz |
| Klickrate | wie viele Suchende überhaupt klicken | bei direkt beantworteten Fragen nahe null, unabhängig von der Position |
| Traffic-Potenzial | Traffic der aktuell bestplatzierten Seite | die ehrlichere Zahl, weil eine Seite fast nie nur für ein Keyword rankt |
Der letzte Punkt ist der wichtigste und der am wenigsten bekannte. Zwei Begriffe mit demselben Suchvolumen können völlig unterschiedlich viel Traffic bringen, weil die Seite, die für den einen rankt, gleichzeitig für hunderte verwandter Anfragen erscheint. Ahrefs empfiehlt deshalb, statt des Volumens eines Einzelbegriffs den tatsächlichen Traffic der Seite zu betrachten, die dafür heute auf Platz eins steht.
Short-Head und Long-Tail
SISTRIX beschreibt die Verteilung so: Kurze Suchanfragen werden häufiger gestellt, sind aber selten spezifisch; je weiter man in den Long-Tail geht, desto genauer wird die eigentliche Frage hinter der Anfrage — und desto stärker sinkt das Suchvolumen.
Praktisch heißt das: „Fahrrad" ist keine Suchanfrage, aus der sich eine Seite bauen lässt. „E-Bike Reichweite Winter" ist eine. Der Long-Tail ist für kleinere Websites nicht die zweite Wahl, sondern der einzige realistische Einstieg — die Begriffe sind weniger umkämpft, die Absicht ist eindeutig, und die Besucher, die darüber kommen, sind näher an einer Entscheidung.
Auch Begriffe, die ein Werkzeug mit null Suchvolumen ausweist, sind nicht automatisch wertlos: Sehr spezifische Anfragen mit klarer Kaufabsicht können einzelne, aber hochwertige Besucher bringen. Google Ads blendet Keywords mit sehr geringem Volumen ohnehin aus — die Zahl null im Werkzeug bedeutet oft nur „unterhalb der Anzeigeschwelle".
Der Google Keyword-Planer
Das bekannteste kostenlose Werkzeug ist der Keyword-Planer in Google Ads. Er liefert Vorschläge zu eingegebenen Wörtern oder zu einer Website, Schätzungen der monatlichen Suchanfragen und die durchschnittlichen Klickpreise; Listen lassen sich nach Wettbewerb, möglichem Anteil an Impressionen und Gebotshöhe filtern.
Zwei Einschränkungen sollte man kennen. Erstens ist der Planer ein Anzeigenwerkzeug: Seine Prognosen sagen etwas über Klicks, Kosten und Conversions einer bezahlten Kampagne aus, nicht über organische Chancen — Google aktualisiert sie täglich auf Basis der letzten sieben bis zehn Tage und passt sie an die Saison an. Zweitens sind die Volumina ohne aktives Anzeigenbudget stark gebündelt: Statt exakter Zahlen erscheinen breite Spannen, und Begriffe mit sehr geringem Volumen oder aus sensiblen Kategorien wie Gesundheit und Finanzen werden gar nicht ausgegeben.
Als Quelle für Ideen und für die Größenordnung ist er trotzdem brauchbar — besonders in Kombination mit der Google Search Console, die zeigt, für welche Anfragen eine Website heute schon Impressionen bekommt, ohne dafür ranken zu wollen.
Ein Ablauf, der sich bewährt
- Seed-Begriffe sammeln. Fünf bis zehn Wörter, die Ihr Angebot beschreiben, in der Sprache Ihrer Kunden — nicht in der Ihres Produktkatalogs.
- Ausweiten. Vorschläge aus dem Keyword-Planer, den Autovervollständigungen der Suche, den Boxen „Ähnliche Fragen" und den Anfragen, für die Wettbewerber bereits ranken.
- Clustern. Verwandte Formulierungen zusammenfassen, die dieselbe Frage stellen. „Kaffee French Press Anleitung" und „French Press richtig zubereiten" sind eine Seite, nicht zwei — Ahrefs nennt diesen Schritt Clustering, und er verhindert, dass mehrere eigene Seiten um dieselbe Anfrage konkurrieren.
- Intention prüfen. Für jedes Cluster die Ergebnisseite ansehen: Was spielt Google dort aus? Ratgeber, Produktseiten, Vergleichsportale, eine Kartenbox? Das legt das Format fest.
- Priorisieren. Nach Geschäftsbezug, dann nach Gewinnbarkeit, erst zuletzt nach Volumen. Das Ergebnis ist eine Seitenlandkarte mit Reihenfolge — die Grundlage jeder SEO-Strategie.
Wo Recherchen scheitern
Die Innensicht. Es wird nach den Begriffen recherchiert, die im Unternehmen üblich sind. Kunden suchen aber nach dem Problem, nicht nach dem Produktnamen.
Eine Seite pro Keyword. Aus 200 Begriffen werden 200 dünne Seiten, die sich gegenseitig Konkurrenz machen. Cluster sind die Einheit, nicht Einzelbegriffe.
Volumen als einziges Kriterium. Der Begriff mit dem größten Volumen ist meist der umkämpfteste und der mit der unklarsten Absicht.
Die Liste als Endprodukt. Eine Tabelle mit 800 Zeilen ist keine Recherche, sondern deren Rohmaterial. Was fehlt, ist die Entscheidung, welche zwölf Seiten in diesem Quartal entstehen.
Einmal und nie wieder. Nachfrage verschiebt sich, Wettbewerber veröffentlichen, Ergebnisseiten ändern ihr Format. Ein Plan hält ein bis zwei Quartale.
So macht es Xerx
Bei uns steht die Keyword-Recherche am Anfang jedes Content-Projekts, und sie endet nicht mit einer Liste, sondern mit einem Themenplan: welche Seite für welches Cluster entsteht, in welchem Format, auf welche Leistungsseite sie einzahlt und wann sie erscheint. Jeder Artikel hat eine Aufgabe — das ist der Unterschied zwischen einem Redaktionsplan und einem Stapel Texte. Was daraus folgt, steht unter SEO-Content.
Wir arbeiten dafür nicht mit einem einzelnen Werkzeug. Nachfragedaten kommen aus DataForSEO und Ahrefs, die Realität aus der Google Search Console des Kunden, und die Formatfrage aus der tatsächlichen Ergebnisseite — die sehen wir uns pro Cluster an, weil Volumen ohne SERP-Kontext eine irreführende Zahl ist. Aus derselben Pipeline stammt auch der kostenlose SEO-Report.
Ehrlich zur Grenze: Suchvolumina sind Schätzungen, und jedes Werkzeug schätzt anders — Abweichungen um den Faktor zwei zwischen zwei Anbietern sind normal. Wir behandeln sie deshalb als Größenordnung, nicht als Messwert, und treffen die Reihenfolge nach Geschäftsbezug und Gewinnbarkeit. Wer Ihnen eine Prognose in konkreten Besucherzahlen für Monat sechs vorlegt, rechnet mit Zahlen, die diese Genauigkeit nicht hergeben.
FAQ
Wie macht man eine Keyword-Recherche?
In fünf Schritten: Seed-Begriffe aus dem eigenen Angebot ableiten, sie mit einem Werkzeug wie dem Google Keyword-Planer und den Vorschlägen der Suche ausweiten, verwandte Formulierungen zu Clustern zusammenfassen, für jedes Cluster die tatsächliche Ergebnisseite ansehen, um Absicht und Format zu bestimmen, und am Ende nach Geschäftsbezug und Gewinnbarkeit priorisieren. Das Ergebnis ist eine Liste von Seiten mit Reihenfolge, nicht eine Liste von Wörtern.
Ist der Google Keyword-Planer kostenlos?
Ja, er ist Teil von Google Ads und ohne laufende Kampagne nutzbar; ein Google-Ads-Konto ist allerdings nötig. Der Preis dafür ist die Genauigkeit: Ohne aktive Anzeigenausgaben zeigt der Planer statt exakter Suchvolumina nur breite Spannen, und Keywords mit sehr geringem Volumen oder aus sensiblen Kategorien wie Gesundheit und Finanzen erscheinen gar nicht. Für Größenordnungen und Ideen reicht das; für eine Feinbewertung braucht es eine zweite Datenquelle.
Wie viele Keywords braucht eine Seite?
Eines als Hauptanfrage — und alles, was dieselbe Frage in anderen Worten stellt, gehört auf dieselbe Seite. Gut rankende Seiten erscheinen in der Regel für hunderte verwandter Suchanfragen, ohne dass diese im Text einzeln vorkommen; Googles Sprachverständnis erkennt den Zusammenhang auch ohne wörtliche Übereinstimmung. Wie oft ein Begriff dabei im Text auftauchen sollte, ist die falsche Frage — dazu mehr unter SEO-Texte.